Safety Service + Performance GmbH

Unterweisungen in der Zeitarbeit Teil III

15.08.2006
Formen der Unterweisungen

Auch hier gilt der Grundsatz, dass der Mitarbeiter die Unterweisung verstehen muss. Die Unterweisung kann grundsätzlich, wie jede andere Arbeitsanweisung auch, mündlich oder schriftlich erfolgen. Wie bei jeder anderen Arbeitsanweisung auch, muss sich jedoch derjenige der die Unterweisung erteilt vergewissern, dass der Unterwiesene die Unterweisung auch verstanden hat. Dabei muss beachtet werden, dass der Mensch nur etwa 20 % von dem behält, was er hört. Von dem, was er sieht, behält er etwa 30 %, und von dem, was er hört und sieht, etwa 50 %. Selbst machen (lassen) erhöht die Behaltensquote auf etwa 80 - 90 %!

Ein nicht hinreichendes Merkmal für das Verständnis ist die Unterschrift unter der entsprechenden Betriebsanweisung. Ein Nachfragen und gegebenenfalls weiteres Erläutern ist deshalb unabdingbar, daher sollte die Unterweisung grundsätzlich mündlich anhand der Betriebsanweisungen erfolgen.

Die Fragebögen zu Sicherheit und Gesundheitsschutz dienen nicht der Unterweisung, sondern sollen dem Disponenten einen Anhaltspunkt dafür liefern, wie gut ein Bewerber oder auch neu engestellter Mitarbeiter sich in seinem Fachgebiet und in der Arbeitssicherheit auskennt. Die Ergebnisse dieser Fragebögen bieten daher Anhaltspunkte für eine intensivere Unterweisung, beispielsweise anhand der Betriebsanweisungen. Ein weiteres Hilfsmittel ist das Unterweisungsprogramm für die Zeitarbeit, der VBG. Diese interaktiven Unterweisungsmodule sind jedoch nur für solche überbetrieblichen Mitarbeiter geeignet, die mit so einem Programm umgehen können. Das Unterweisungsprogramm bietet derzeit Unterweisungshilfen zu folgenden Themen:

  • Grundunterweisung,

  • Lager und Transport,

  • Lebensmittelproduktion,
  • Pressen und Stanzen,

  • Außenbaustelle mit Metallverarbeitung,
  • Innenbaustelle mit Metallverarbeitung.


  • Aber auch hier liefern die Ergebnisse lediglich Anhaltspunkte dafür, wo der Mitarbeiter Defizite bei seinen Kenntnissen zur Arbeitssicherheit hat. Diese sind dann wiederum in einem Gespräch und gegebenenfalls anhand einer Betriebsanweisung zu unterweisen.

    Für größere Veranstaltungen bieten sich Unterweisungshilfen wie die DVD "TOP-Info" und die "Nappo"-DVD's an. Aber auch diese sind lediglich Unterweisungshilfen und ersetzen nicht die klare Unterweisung!

    Übertragung der betriebsspezifischen Unterweisung durch den Kunden?

    Die Pflicht zur Unterweisung trifft bei der Arbeitnehmerüberlassung den Kunden. Diese Pflicht kann nicht ohne weiteres auf das Zeitarbeitsunternehmen übertragen werden. Der Kunde bleibt, wie bereits beim Thema Delegation ausgeführt wird, weiterhin für die Unterweisung verantwortlich.

    Übernehmen Mitarbeiter des Zeitarbeitsunternehmens die Unterweisung für den Kunden, müssen diese Unterweiser in der Lage sein, den Arbeitsplatz hinsichtlich Gefährdungen ausreichend gut beurteilen zu können, um die entsprechenden Anweisungen, die im Rahmen der Unterweisung gegeben werden müssen, erteilen zu können. Ansonsten handelt es sich bei der Auswahl dieser Mitarbeiter um ein klares Auswahlverschulden seitens des Kunden. Zudem müssen die Personaldisponenten auch diese Anweisungen, die sie dann den überbetrieblichen Mitarbeitern im Rahmen der Unterweisungen erteilt haben, beim Kunden überprüfen. Da sie aber nicht das Weisungsrecht für die Arbeitsaufgabe haben, ist das schlechterdings unmöglich. Auch insofern ist eine Delegation der Unterweisungpflicht vom Kunden auf das Zeitarbeitsunternehmen nicht möglich.

    Fazit:

    Die Allgemeine Unterweisung muss vom Personaldisponenten durchgeführt werden. Es gibt angemessene und ausreichende Unterweisungshilfen. Die Übertragung der Durchführung der Unterweisung auf Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder andere Personen ist äußerst problematisch und entbindet den Personaldisponenten nicht von seiner Verantwortung, sondern erhöht im Gegenteil diese noch.

    Die Übernahme der Unterweisung, die der Kunde durchzuführen hat, ist nicht möglich; hierfür fehlen sowohl die fachlichen Voraussetzungen als auch die Zugriffsmöglichkeiten auf den Mitarbeiter.

    Zum Nachlesen einige Rechtsquellen:

    Im Folgenden ist eine nicht abschließende Liste von Rechtsquellen aufgeführt, die zum Thema Unterweisungen wesentlich sind:

  • Strafgesetzbuch:
  • § 14 StGB

  • Ordnungswidrigkeitengesetz:
  • §§ 9 und 130 OwiG

  • Bürgerliches Gesetzbuch:
  • §§ 618 und 619 BGB

  • Arbeitsschutzgesetz:
  • § 12 ArbSchG

  • Arbeitssicherheitsgesetz:
  • §§ 6 und 8 ASiG

  • Unfallverhütungsvorschriften:
  • § 4 BGV A1, 2.3 BGR
     

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